Rückenschmerzen - Ursachen

Rückenschmerzen sind zur Volkskrankheit geworden und es ist wichtig die Ursachen zu kennen. Über 70% der Menschen leiden an Rückenbeschwerden und fragen sich woher sie kommen und noch wichtiger, wie sie wieder verschwinden. Manche Ursachen sind angeboren oder beruflich bedingt, aber wie Du später noch lesen kannst, sind ein Großteil der Rückenschmerzen hausgemacht und Du kannst eine Menge dagegen tun.

Rückenschmerzen oder eine streikende Bandscheibe haben vielfältige Ursachen.

Die Probleme, die zu den Beschwerden führen, entstehen meist lange vor dem ersten Schmerzempfinden. Leider haben wir verlernt, auf die Warnzeichen unseres Körpers zu hören. Und unser Körper, auch unser Rücken hat eine Sprache. In unserem Körper gibt es kleine Organe, die Rezeptoren und diese leiten die Reize, die sie aufgenommen haben (z.B. Kälte, Wärme, Spannung der Muskulatur, Druck etc.) über Nervenbahnen direkt an unser Gehirn. An der Wirbelsäule gibt es im Vergleich zu unseren Händen oder auch Füssen verhältnismäßig weniger. Deshalb sind z.B. unsere Hände auch sensibler und empfindsamer als unser Rücken. Aber wenn wir uns auf die Signale unseres Rückens wieder mehr konzentrieren, dann wissen wir auch ob es ihm gut geht oder vielleicht auch nicht so gut. Wenn wir in unserem Alltag ständig gestresst sind und uns nicht die Zeit nehmen kurz in uns rein zuhören, dann können wir nicht mehr rechtzeitig reagieren und verpassen die Chance, uns vorausschauend um unseren Rücken zu kümmern.

Die größten "Risiken" für unseren Rücken und damit Hauptauslöser von Rückenschmerzen sind:

  1. Bewegungsmangel, dies ist die Hauptursache, 90% der Rückenbeschwerden lässt sich durch regelmäßiges Training ganz einfach vermeiden.
  2. Einseitige Tätigkeiten, denn wer an seinem Arbeitsplatz täglich die gleichen Bewegungen macht, ist stärker gefährdet an Rückenbeschwerden zu leiden.
  3. Schwangerschaft, in dieser Zeit verändert sich der weibliche Körper, das Gewebe und die Bänder werden gedehnt, im unteren Rücken wird das Hohlkreuz verstärkt und dadurch können natürlich auch Rückenschmerzen entstehen.
  4. Stress und permanente Überforderung, denn wer ständig überbelastet ist, unter Zeitdruck arbeitet und keine Entspannungsphasen hat, gehört zur „Rückenschmerzen Risikogruppe“
  5. Schonung, durch zu wenig Bewegung wird die Muskulatur immer schwächer und dies tut unserem Rücken gar nicht gut.
  6. Unsere Gene, denn in vielen Fällen sind auch unsere Gene für die Degeneration unserer Wirbelsäule mit verantwortlich.
  7. Frühere Rückenbeschwerden, denn wer schon einmal an Rückenschmerzen gelitten hat, kann sie zu einem späteren Zeitpunkt ehe wieder bekommen als jemand der davon bisher verschont geblieben ist.

Rückenschmerzen- und nun?

Mache Dir keinen Stress und negative Gedanken! So wie jeder mal einen Schnupfen hat, kann es nun auch einfach mal der Rücken sein der schmerzt. Es ist nicht sofort eine kaputte Bandscheibe Schuld und Du musst Dir keine Sorgen machen das sofort eine Operation oder aufwendige Behandlung nötig ist. Wie Du gleich lesen wirst, sind wirklich fast alle Ursachen ganz harmlos und wenn Du Deinem Rücken etwas Beachtung gönnst, geht es Dir ganz schnell wieder besser!

Wichtig ist erst mal zu wissen, hattest Du einen Unfall, leidest Du an Osteoporose, strahlen die Schmerzen ins Bein oder in den Arm aus, hast Du Lähmungserscheinungen oder Beschwerden beim Stuhlgang oder Wasserlassen?  Auch wenn Du an Krebs erkrankt warst oder lange Zeit ein Medikament wie Kortison einnehmen musstest, gehe bitte sofort zu Deinem Hausarzt oder einem Orthopäden. Der Arzt wird dich gründlich untersuchen, Dir einige Fragen stellen und eventuell Röntgenaufnahmen oder sogar eine Kernspinaufnahme veranlassen.  Dadurch findet der Arzt vielleicht eine Ursache für Deine Rückenschmerzen und kann darauf hin eine passende Therapie für Dich verordnen.

Allerdings wird nur eine verschwindet geringe Zahl der Rückenschmerzen durch eine defekte Bandscheibe oder einen Wirbelbruch ausgelöst.

Es gibt viele Menschen die mit einem Bandscheibenvorfall oder einer Bandscheibenvorwölbung gar keine Rückenbeschwerden haben. Andere wiederum haben intakte Bandscheiben und können ohne Schmerzmittel ihr Bett nicht verlassen. Du siehst also das es nicht immer die Bandscheibe ist und es zumeist ganz „harmlose“ Erklärungen für Deine Beschwerden gibt! Die die wahren Krankmacher des Rückens sind eine schwache Muskulatur und vor allem Stress Es kann also durchaus sein, das ein Hexenschuss, Ischias oder Nackenverspannungen Anzeichen von Erschöpfung und permanenter Überbelastung sind.

Hier findest Du eine Liste möglicher Ursachen. Klar ist allerdings (und da sind sich die Ärzte sicher): Die Hauptursache von Rückenschmerzen ist Bewegungsmangel!

Nur bei ca. 10% der Menschen wird eine bestimmte körperliche Ursache für die Beschwerden festgestellt. Dies sind die spezifischen Rückenschmerzen.

Bei ca. 90% der Menschen wird keine eindeutige körperliche Ursache für den schmerzenden Rücken gefunden. Wenn keine eindeutige körperliche Ursache für die Schmerzen gefunden wird, sprechen wir von unspezifischen Rückenschmerzen. Diese sind zwar meist „harmlos“, aber unangenehm. Außerdem können sie zu chronischen Rückenschmerzen werden, die die Lebensqualität stark einschränken.

Mögliche Ursachen unspezifischer Rückenschmerzen:
  • falsche Bewegungsmuster
  • Übergewicht
  • Stress
  • Ängste und Sorgen
  • Durchblutungsstörungen
  • zu wenig Bewegung
  • einseitige Arbeitsbelastung
  • muskuläres Ungleichgewicht
  • falsche Haltung
Mögliche Ursachen spezifischer Rückenschmerzen:
  • Gleitwirbel
  • Bandscheibenvorwölbung
  • Bandscheibenvorfall
  • Wirbelkanalverengung
  • chronische Gelenkentzündung
  • Bechterew Krankheit
  • Osteoporose
  • Skoliose

Sehen wir es doch mal positiv: Nur ca. 10% der Rückenbeschwerden haben eine krankheitsbedingte Ursache. Alle anderen Rückenschmerzen sind auf muskuläre Ursachen zurückzuführen. Das ist gut! Denn: Unsere Muskeln können wir trainieren.

Und das sollten wir auch. Denn wenn wir unsere Muskeln zu wenig trainieren, kann das (neben den Rückenschmerzen) unangenehme Folgen haben.

Das passiert bei Bewegungsmangel:
  • Ohne regelmäßiger Bewegung und Belastung bauen sich unsere Muskeln ab. Gerade die kleinen, tiefen Muskeln an der Wirbelsäule sind aber sehr wichtig, um die Wirbelsäule zu stabilisieren. Wenn diese Muskeln nicht mehr kräftig genug sind, kann jede Drehbewegung gefährlich für die Wirbelkörper werde.
  • Die Knorpel in den Wirbelgelenken werden abgebaut (ähnlich wie z. B. beim Knie)
  • Die Knochen werden brüchiger, denn ohne Bewegung bauen die Zellen den Knochen nicht mehr auf. Der Knochen wird von innen, von den „Abbauzellen“, ausgehöhlt.
  • Unsere Bandscheiben schrumpfen, denn der Wasseraustausch durch Bewegung und Entlastung findet nicht mehr in ausreichendem Maße statt.
  • Unser Bindegewebe, unsere Nerven und unsere Bänder verlieren an Elastizität, Flexibilität und Stabilität.
  • Wir nehmen an Körpergewicht zu.
    Übrigens: Auch Beschwerden, die durch Skoliose (Seitwärts Krümmung der Wirbelsäule), Rundrücken (verstärkte Krümmung der Wirbelsäule im Brustwirbelbereich) oder Hohlkreuz (Wirbelsäule die im unteren Rücken stark nach vorn gebogen ist) verursacht sind, verbessern sich durch Bewegung.